Glaube

Bekehrung und Berufung: Eine Reise vom Leid zur göttlichen Liebe

von Maria Bernadette Kell

Am Anfang wusste ich nichts über Jesus Christus und die katholische Kirche. Arm, seelisch erkrankt und schwer leidend lag ich im Krankenhaus – mein Schicksal schien ohne Beruf, ohne Liebe und ohne Gott „dem Tode geweiht und besiegelt“. Bis der Herr Jesus in mein Leben trat, mich errettete und mir bedingungslose Liebe sowie Heiligung meiner Seele schenkte. Gott führte mich zur Bekehrung und berief mich dazu, eine gottgeweihte Jungfrau zu werden.

Autorin: Maria Bernadette Kell

Kindheit im Schatten von Gewalt und Spiritualitätsferne

Meine Eltern, beide Akademiker und Buddhisten, erwähnten Jesus Christus oder die Bibel kaum. Nur selten besuchte meine Mutter mit mir – in Abwesenheit meines Vaters – an Weihnachten eine Kirche. Sonntagsgottesdienste gab es bei uns nicht. 

Doch meine Kindheit war geprägt von Gewalt: Mein aggressiver Vater überschüttete mich mit verbalen Abwertungen, was mich seelisch schwer erkranken ließ. Trotz mittelmäßiger schulischer Leistungen, großer emotionaler Probleme und einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS), die mir das Konzentrieren in der Grundschule unmöglich machte, schaffte ich den Übergang auf eine Hauptschule.

Ausbildung, Trauma und psychischer Zusammenbruch

Später erlangte ich an einer Berufsfachschule die Mittlere Reife und begann eine schulische Ausbildung zur Erzieherin. Doch dort traf ich auf einen Psychologie-Lehrer, der Frauen zutiefst verachtete. Er hetzte Mitschüler und Kollegen mit Lügen gegen mich auf und versuchte gemeinsam mit zwei anderen Lehrern, mich in einem Schulraum einzusperren, um mich zu vergewaltigen. Nur durch glückliche Umstände entkam ich der Tat.

Die Folgen waren verheerend: Eine posttraumatische Belastungsstörung, paranoide Schizophrenie und ein Abbruch der Ausbildung. Nach dem Tod meiner Mutter an Krebs verschlimmerte sich mein Zustand. Medikamente wie Clozapin lösten lebensbedrohliche Kreislaufzusammenbrüche aus, und ein ärztlicher Kunstfehler – das abrupte Absetzen des Medikaments – stürzte mich 2008 in eine schwere Absetzungspsychose. Ein Jahr verbrachte ich in der geschlossenen Psychiatrie, gequält von Ängsten, Panikattacken, Stimmen und Schlafentzug.

Die rettende Vision: Begegnung mit Maria

In dieser Dunkelheit sehnte ich mich nach Gott. Eines Morgens in der Klinik erschien mir eine Frau in blauem Gewand, mit gefalteten Händen und einem leuchtenden Heiligenschein: die Gottesmutter Maria. Überwältigt von dieser Gnade, weinte ich – sie führte mich zu Christus. 2011 ließ ich mich in der Berliner Sankt-Hedwig-Kathedrale taufen und firmen.

Das Bild ist von meinem KI Programm gezeichnet worden, nach meinem genauen Vorgaben, wie die Erscheinung ausgesehen hat.

Neubeginn durch Glaube und Nächstenliebe

Trotz psychiatrischer Pflege begann ein Wandel: In einem Heim für psychisch Kranke fand ich durch humanistische Betreuung und meinen neuen Glauben Halt. Ich engagierte mich ehrenamtlich in der Suppenküche der Liebfrauen-Gemeinde Berlin-Kreuzberg, kochte für Obdachlose und spürte, wie Christus mich zur „Braut“ berief – zur gottgeweihten Jungfrau, die in Armut, Keuschheit und Gehorsam lebt. 

Dank dieser Berufung gewann ich Lebensmut: Ich holte Ausbildungen zur Genesungsbegleiterin, Flüchtlingshelferin und psychologischen Beraterin nach. Bald beginne ich ein Fernstudium in Theologie und Pastoraltheologie, um katholische Seelsorgerin zu werden. Zudem trete ich in den Dritten Orden des Heiligen Franz von Assisi ein. 

Ein Buch als Zeugnis der Hoffnung

Meine Autobiografie „Jesus – mein Bräutigam: Das Wunder einer Bekehrung“ erscheint dieses Jahr beim epupil-Verlag. Ohne die Liebe Christi hätte ich nie diesen Weg aus dem Abgrund geschafft. Er gab mir Würde, Arbeit und eine Bestimmung – dafür bin ich ewig dankbar. 

Autorin:

Maria Bernadette Kell

Meine Website: www.maria-bernadette-kell.de

28.02.2025

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